Lilly fühlt sich entwurzelt und heimatlos.
Die früher beschützende Scheinidylle nimmt ihr die Luft zum Atmen.
In die Enge getrieben, weil sie anders ist.
Nicht der gutbürgerlichen Norm entsprechend.
Zerrissen...
Sie spürt diese Zerrissenheit auch bei ihren Kindern.
Kinder wünschen sich eine unauffällige und normale Mutter.
Und eine heile Welt.
Unerschütterlicher Heimathafen.
Vater, Mutter, Kind.
Sanftes, engelsgleiches Lichtwesen, welches über allem schwebt.
Eine Heilige.
Lilly ist das nicht.
Manchmal vielleicht. In Ansätzen.Nur annähernd.
Meistens ist sie impulsiv - und eine Grenzgängerin.
Und nichts passt mehr.
Nicht das Haus und nicht die Stadt.
Noch nicht mal das eigene Leben, welches sie lebt.
Die Seifenblase, in dieser Lebensphase angekommen zu sein:
Geplatzt...
Die Sehnsucht nach Ruhe und Geborgenheit:
In weiter Ferne...
Lilly lebt weiter.
Geht weiter.
Hofft weiter.
Und merkt wahrscheinlich gar nicht, dass sie ihre Heimat schon längst gefunden hat:
In ihrer chaotischen Herzensmitte:
Wildes, undurchdringliches Urwaldgestrüpp welches sich mit bunten Blumenwiesen abwechselt.
Sanfte Rinnsale und reissende Flüsse.
Und kein einziges Reihenhaus mit Vorgarten.
Lilly hasst Reihenhäuser und die schwäbische Kehrwoche...

15 mal gesempft:
Für mich ist heimat und Wurzeln immer zu Hause in Sachsen...
Ich freue mich monatelang darauf, "nach Hause" zu fahren,kann es meist kaum mehr erwarten.
Wenn ich da bin, fühle ich mich überwacht, eingeengt, klein, hilflos und schwach...
Ja, unsere "Kraftsammeltankundheimichfühlinsel" ist in uns selbst.... Wie soll uns irgendetwas oder irgendjemand auch das alles geben, wenn wir nur selbst wissen, was wir jetzt gerade brauchen???
Blödsinn, Lilly - deine Kinder sind sicher sehr stolz auf dich, auch wenn sie manchmal was Anderes sagen... Du bist genau richtig für sie wie du bist.
Das mit der Heimatlosigkeit, das kenne ich leider .. aber du bist auch da auf dem richtigen Weg.
Gibt es keinen Weg für dich, umzuziehen? Weg von da? Haus verkaufen, tschüß und weg? Wohl nicht so einfach, sonst hättest du es sicher schon getan.
Liebe Lilly, Deine Kinder mögen sich vielleicht eine unauffällige, angepasste Mutter wünschen, aber ob sie die gegen die tauschen wollen, die rund um die Uhr wie eine Löwin für sie kämpft?
Herzliche Grüße, die Christiane
Kehrwoche.....ohhh, das erinnert mich an was.
Lass uns gehen Lilly, ganz, ganz schnell.......
Egal wohin man geht, man nimmt doch alles mit...
Komm ins Rheinland, hier sind alle schräg...
und auf den Dörfern und in den Mietshäusern läuft der gleiche Klüngel... lass dich nicht unterkriegen. Geh gar nicht drauf ein und morgen haben sie den nächsten auf dem Kieker... dicker, virtueller Drücker. Und: schreien hilft wirklich!
Und...? Was tun Sie um das zu ändern?
Und bitte erzählen Sie mir nicht alles auf was nicht geht? Oder schauen Sie nur auf das was nicht geht, anstatt sich darauf zu konzentrieren was geht.
Tut mir leid, aber Mitleid ist gerade aus.
Ja. Kinder wünschen sich eine heile Welt.
Die gibt es aber nicht.
Und selbst ein Scheidungskind, das in völlig "unnormalen" Verhältnissen aufgewachsen ist und nun Mutter von 2 Kindern ist, kann ich sagen:
Kinder wünschen sich eine heile Welt, brauchen die aber nicht unbedingt.
Kinder brauchen klare Verhältnisse und vor allem brauchen sie Eltern, die sich nicht verbiegen.
Ich bin meinen Eltern, die ich beide sehr liebe und respektiere wirklich dankbar, das sie mir nicht zugemutet haben in einer Ehe aufzuwachsen, die sie beide und dadurch auch mich kaputt gemacht hätte.
Übrigens bin ich nun schon in vierter Generation keine unauffällige und angepasste Mutter.
Nur so ist doch gewährleistet, das die Brut nicht zu einer Horde Ja-Sager wird. ;)
@Lila-Ellia:
So ist es.
Und egal, wohin man geht - man muss sich selbst immer mitnehmen.
@Frau Vau:
Die Option wegzuziehen wird immer akuter und möglicher.
@Christiane:
Eigentlich müßig darüber nachzudenken, denn ich bin eh so wie ich bin;-)
@Hans:
An was?
@Schmedderling:
Lieber heute als morgen.
@Anonym:
Ganz genau.
@dat Bea:
Ich weiß das.
Theoretisch. Bin derzeit zart besaitet, weil es so geballt kommt.
@Herr MiM:
Sollte ich Mitleid bestellt haben, weiß ich, dass Sie dafür die falsche Anlaufstelle sind.
Eine wichtige, durchaus berechtigte Frage: Haben Sie Kinder?
Wenn nicht, maße ich mir an zu sagen: Dann haben wir nicht dieselbe Diskussionsgrundlage.
Jeder ist anders. Jeder hat sein eigenes Entwicklungstempo.
manches ist vielleicht einfach nur Glück oder Unglück.
Aber ich kann für mich sagen: Ich bin garantiert nicht untätig.
Nix für ungut.
@Morphium:
Ich weiß, was du meinst. Bin selber ein Scheidungskind (übrigens in dritter Generation) und meiner Mutter sehr dankbar, dass sie aus ihrer Ehe rausging, als ich 11 war.
Wenn sich heute noch jemand Vorwürfe macht, dann nicht ich, sondern manchmal sie.
Nie habe ich ihr das zum Vorwurf gemacht. Es war das Beste, was sie für mich tun konnte.
Nein, ich habe keine Kinder, die ich als Entschuldigung anführen könnte.
Ich will auch gar nicht mit Ihnen streiten oder mir anmaßen über Ihr Tun oder Handeln zu urteilen. Das steht mir nicht zu.
Betrachten Sie es einfach einmal als Feedback, welche Außenwirkung sie haben und wie Sie wahrgenommen werden.
Meine Kinder sagen immer zu mir, ich soll bloß nicht normal, unauffällig, ruhig und angepaßt werden...
Ich denke, wenn man sich verbiegt und anpaßt, nur um es "Außenstehenden" recht zu machen, dann ist man nicht mehr man selbst und das wird den Kindern bestimmt nicht gefallen.
Und ich denke schon, daß deine Kinder auf dich stolz sind, weil du dich eben auch nicht verbiegen läßt. Auch wenn sie das nicht immer so sagen...
Und man verschwendet dann viel Energie sinnlos darin sich anzupassen. Diese Energie kann man bestimmt sinnvoller nutzen. Nämlich so, wie du es machst, in die Kinder investieren.
@Herr MiM:
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung, die man aber nicht ganz als repräsentativ erachten kann.
@Meagan:
Das sehe ich auch so: Man verschwendet zuviel Energie sich zu verteidigen;-)
Hallo Lilly,
es gibt einen schönen Spruch, den ich mal in einem anderen Blog gelesen habe: "Wenn es an der Zeit ist, etwas aufzugeben, so gib`es auf!"
Dass man genauso handeln sollte, habe ich erst mit Mitte 50 kapiert; bis dahin ging es mir genau so wie Dir- ein Hamster im Laufrad, gegen jede Ecke gerannt, die frei war und völlig erschöpft, um alle Anforderungen an mich (auch die selbstgestellten) zu erfüllen.
Dann war urplötzlich Schluss. Ich konnte überhaupt nicht mehr und habe mich verweigert und m e i n e Interessen durchgesetzt.Was da aufeinmal alles geht...Deine Kinder sind noch im Wachsen und Werden und selbstverständlich können sie keinesfalls mit Dir stets einer Meinung sein; frag`sie doch einfach mal, was sie so an Deiner Stelle machen würden. Ganz ernst gemeint.
Meine Töchter jedenfalls, und meine Enkel sowieso, sind h e u te
ganz froh, eine manchmal durchgeknallte und unangepasste(Groß)mutter zu haben.
Ansonsten habe ich mich in Deinen Worten wiedergefunden...Gänsehaut...
Bin bisher stille Leserin.
Alles Gute KeZi
PS. Vielleicht solltest Du etwas für alle Endgültiges machen, nämlich die räumliche Trennung von NM. Ich weiß, dass das schwer ist,
aber wie heißt es so schön."Lieber ein Ende mit...als ohne!" Ich wünsche Dir Kraft.
@KeZi:
Ich freue mich immer über stille Leserinnen (die irgendwann aus der Versenkung auftauchen;-)!
Welcome!
Und ich bin dankbar für ehrliche Kommentare von Menschen mit Erfahrungen.
Ja, ich habe schon viel umgesetzt, aber du hast Recht: Die letzte Konsequenz muss noch folgen und ist hoffentlich nur eine Frage der Zeit, des Mutes und der Geduld.
Danke für deinen zum Nachdenken bringenden Kommentar.
Zuversichtlichen Gruß von
Lilly
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